Vitzthum von Egersberg

(V. von Apolda)

Stammsitz Apolda, nö. Weimar


New Wapenbuch 1605

Seite 164, Nr. 6

Theatrum Saxonicum 1608

I, 299

Genealogisch-Historisches Adels-Lexicon

1. Teil, Spalten 1782, 1786; 2. Teil, Spalte 15

Genealogische Adels-Historie (Ahnentafeln)

1. Teil, Seiten 64, 156, 855, 906; 2. Teil, Seiten 163, 277, 700, 748, 1076; 3. Teil, Seiten 1043, 1174

Kleine Schriften, Beiträge zur thüringisch-sächsischen Geschichte und deutschen Kunst und Alterthumskunde von Karl Peter Lepsius, 1854

II, 77

Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon

I, 93

Geschlechts-, Namens- und Wappensagen des Adels dt. Nation

Seite 176

Vasallen-Geschlechter der Markgrafen zu Meißen bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts

Seite 8

Zur Familiengeschichte des Deutschen, insonderheit des Meissnischen Adels

Seite 340

Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser

1909-1942


»Vitzthum von Egersberg.  Im Mannesstamme erloschen.  Evangelisch. - Thüringischer Uradel, der mit Dietrich von Abbolde, in Apolda ansässig, vom Erzbischof von Mainz mit der Oberlehnsherrlichkeit über Apolda beliehen, 9. März 1123 urkundlich (Staatsarchiv in Weimar, vgl. von Mansberg, Erbarmannschaft Wettinischer Lande, Band III, S. 181, Nr. 2) zuerst erscheint.  Sein Sohn Dietrich, urkundlich 1162-1171, wurde vicedominus (Vicedom, Viczdom, Vizdum, Vitzthum = Statthalter) des Mainzer Erzbischofs Konrad.  Das Amt verblieb den Apoldaer Schloßherren bis gegen Ende 1200, kam dann an die stammesgleichen Vitzthum von Eckstädt, die es 1342 (1352?) an das Erzstift Mainz verkauften.  In die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts fällt die Abzweigung der Vitzthum von Rosla (Nieder-Roßla a. d. Ilm), die mit Busso, + 1467, 1460 die Herrschaft Egerberg südlich Klösterle a. Eger erwarben, nach welcher der Beiname angenommen wurde. - W.: In Gold ein schrägrechts liegender, oben und unten abgehauener schwarzer Ast mit gekappten Zweigen mit 3 (oben 2, unten 1) roten Äpfeln an dünnen Ästen.  Auf dem gekrönten Helme mit schwarz-goldenen Decken der Ast aufgerichtet, oben mit 6 abwechselnd roten und schwarzen Straußenfedern besteckt.«  (S. 558, Gotha. Genealog. Taschenbuch der Adeligen Häuser, Teil A, 41. Jg. 1942)

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»Vitzthum von Egersberg.  Im Mannesstamme erloschen.  Evangelisch. - Thüringischer Uradel aus dem Stamme der mit Bertocus Vicedominus de Appelen 1. Mai 1180 zuerst erscheinenden und im XVII. Jahrhundert erloschenen Vitzthum von Apolda, der im XV. Jahrhundert (nach Beendigung des sächs. Bruderkrieges) in Böhmen sich seßhaft machte. - W.: In Gold ein schrägrechts liegender, oben und unten abgehauener schwarzer Ast mit gekappten Zweigen mit drei (oben 2, unten 1) roten Äpfeln an dünnen Ästen.  Auf dem gekrönten Helme mit schwarz-goldenen Decken der Ast aufgerichtet, oben mit sechs (abwechselnd roten und schwarzen) Straußenfedern besteckt.«  (S. 776, Gotha. Genealog. Taschenbuch der Uradeligen Häuser, 10. Jg. 1909)

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»Vitzthumb von Apolda.  Jm goldenen Felde einen schräglinks liegenden, oben und unten abgehauenen schwarzen Stamm, auf der rechten Seite zwey, auf der linken einen rothen Apfel an schwarzen Stielen tragen.  Auf dem gekrönten Helm wächset ein solcher Stamm hervor.  Er ist gerade gestellet, trägt die Apfel wie der im Schilde, und ist oben mit drey silbernen Strausfedern besteckt.  Helmdecken golden und schwarz.  Stammbaum.  Fürstens W. B. 1. Th. S. 164. n. 6. Victhumb ohne Zusatz.  Sächsisch.«  (Nr. 904, Nachrichten von adelichen Wapen, 1786)

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»Vitzdomb.  Jngleichen wird von diesem adelichen Geschlechte von vielen Historicis dieses affirmiret, daß solches seine vrspringliche Ankunfft von den vier Vicedominis, so Thüringen erstmals nach der Könige Abgang an stat der Keyser vnd Ertzbischoffe zu Mentz verwaltet, allerding haben sollen, Wie sie dann an Gütern vnd Landschafften vor Alters also mechtig gewesen, daß sie sich nicht geschewet, auch jhrer Landesfürstlichen Obrigkeit zu widersetzen, inmassen dann vnter Churfürst Friederichen dem Andern, vnd Wilhelm Gebrüdern, beschehen, daß Bernhard, Bosso, vnd Appollo Vitzdomb Gebrüdere, einen vnnöhtigen Streit mit Gorge von Bebenberg angefangen, also, daß die Herren Gebrüdere darüber in Vnwillen, vnd einander in die Haar gerahten, darüber beyde Land vnd Vnterthanen grosses Vnheil zugewachsen, endlichen vber sie ausgelauffen, in dem man alle jhre Heuser, als Dornberg, Camberg, Vitzleben, Roßla, Gleisberg vnnd andern eingenommen, sie vnd die jhren daraus entsetzt, vnd fast allerding zum Lande hinaus gejaget, vnd setzet ein Historicus diese Wort von ermelten Vitzdomben, Ingentes Vicedomini comparaverant opes, & erant è nobilitate Thuringiaca locupletissimi, ideò fiducia clientum atque munitionum, quas in Thuringia Franciaque habebant, in tantum insolentiae processerunt, ut Duci suo bellum facere auderent.  Vnd zwar haben sie nicht wenige Vrsache zu jhrem Vnglück gegeben, dann die Vitzdombe nicht allein der Herrschafft, die Pflege Coburg mit Gewalt eingenommen, besondern darneben auch die Burgundischen Legaten, so zu dem Fürsten von Sachsen in wichtigen Sachen mit grossem Gut Anno 1450. abgefertiget, zwischen Stalburg vnnd Heßhusen, auffgefangen, vnnd auff jhre Heuser, Capelndorff vnnd Leuchtenberg, in Verwarunge eingenommen, darüber sie bekrieget, vnd aller jhrer Regalien vnnd Heuser entnommen, jhren Hack vnd Pack vollends zusammen geraffet, vnnd sich nach dem Lande zu Böhmen gewendet, als dann Appollo Vitzdomb auch nicht viel gutes gesponnen, vnnd mit Casimiro König in Polen, als auch etlichen Herrenständen in Böhmen practiciret, Hertzog Wilhelm von Sachsen, deme damals die Kron Böhmen auffgetragen, entweder in der Stadt Prag, oder im Heimwege zu vberfallen, ist aber durch Verwarunge vnd andere Mittel verhütet worden.

Was es aber vor einen Ausgang mit Vitzdomb gegeben, beschreibet Aeneas Sylvius mit diesen Worten:  Memorabile sanè exemplum est Appollonius, nam qui apud Principem fuerat praecipuus & gratiss. qui opibus, amicitiis, potentiâ maximâ floruerat, qui hominum generosorum affinitatibus se munierat, Is tandem amissis omnibus fortunae & dignitatis ornamentis cum filiis & fratribus in exilio vixit atque obiit.  Dennoch auch das gantze Geschlecht sein allerding nicht entgolten, dann Friederich Vitzdomb bey ermeltem Hertzog Wilhelm in Gnaden geblieben vnnd dessen fürnemer Raht gewesen, inmassen dann diß adeliche Geschlecht hernacher bey den Fürsten von Sachsen hinwieder ausgesühnet, vnnd viel derselben in derer Dienste gewesen.

Bey vnserer Zeit sind die Vitzdomb von Eckstet, zu Kannewerff, vnnd in besonder George Vitzdomb der Elter, Jtem, Werner, als auch Hans vnnd Longius Gebrüdere, Jngleichen George Vitzdomb von Eckstet der Jünger, Heuptman zu Langensaltza vnd Thomasbruck, alle vortreffliche vom Adel, fürneme Leute, vnnd bey den Hertzogen vnnd Churfürsten von Sachsen in sondern Gnaden gewesen.

Vnnd ob wol zum Eingang dieses, allerhand wie es die Historien geben, angezogen, so dem löblichen Geschlechte zu wider seyn möchte, protestire ich doch hierauff, daß solches keiner böser Meynunge, oder zur Verkleinerung jhrer, beschehen, besondern allein die Historien also zu referiren, wie sich dieselben verlauffen, vnnd ist wol kein Geschlechte, das nicht auch neben besondern Tugenden, sein Mangel vnd Gebreche habe, derwegen es auch keine Verwunderung manchem geben solle, vnd gebüret jederm Historico die Warheit anzuzeigen.«  (p. 299, Theatrum Saxonicum, 1. Theil, 1608)


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