von Usedom

(vgl. auch die Wappen derer von Viereck und von Walsleben)


Erneuert- und Vermehrtes Wappen-Buch 1703

V, 169, Nr. 4

Siebmacher's großes Wappenbuch

VII, 2. Abt. Seite 16

Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon

IX, 349

Handbuch des Preußischen Adels

I, 581

Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert, 1863

Seite 50

Jahrbuch des Deutschen Adels

III, 671

Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser

1900-1939

Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser

1916-1939

Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser

1865-1926

Genealogisches Handbuch des Adels

Bände 95, 134


»Pommerscher Uradel, der seinen Namen von der 1128 urkundlich (vgl. Hermann Bollnow, Burg u. Stadt in Pommern bis zum Beginn d. Kolonisationszeit, in: Baltische Studien [N.F.], Bd. 38, Stettin 1936, S. 70 Anm. 76, S. 80, 91) zuerst genannten slawischen Landesburg Usedom (Uznam) herleitet (die heutige Insel Usedom hieß in jener Zeit „Provinz Wanzlow“).  Hier tritt zuerst am 11. März 1278 der „dominus Wiceko  (= Wiszeslaw) de Uznam miles“ in Ueckermünde im Gefolge des Herzogs Barnim I. von Pommern-Stettin auf. - Am 24. Mai 1305 erscheint in Stralsund als Vasall des Fürsten Wiszeslaw III. von Rügen Pribo von Usedom, dessen vermutliche Söhne Zytzebor, Wilke und Tezlaw Pribenson am 6. Januar 1316 den sogenannten 1. Bundesbrief der rügischen Ritterschaft beurkunden.  Mit ihnen siegeln ein weiterer Tezlaw von Usedom und ein Nikolaus von Usedom („de Uzenem“).  Im Sommer 1319 dient ein Tezlaw von Usedomzusammen mit anderen rügischen Vasallen dem König von Dänemark, ihrem obersten Lehnsherrn.  In der Folgezeit breiten sich die Herren v. Usedom auf der Insel Rügen aus, wo sie beträchtlichen Grundbesitz erwerben. - Die urkundlich gesicherte Stammreihe des Geschlechts beginnt mit Hans von Usedom, urkundlich 1475 bis 1493, Besitzer des auf der Insel Rügen gelegenen Gutes Kartzitz.

Bedeutend ist der Chef des preußischen Husaren-Regiments 7 und nachmalige Generalleutnant Adolf Detlef von Usedom a.d.H. Venzvitz (* 1726, + 1792), Ritter des Schwarzen Adler-Ordens, der 1770, 1785 und 1788 erreicht, daß seine „natürlichen“ Kinder Karl, Friedrich (* Lyck, Ostpr., 29. Dez. 1766, + Kolmar i. Netzebruch 21. Mai 1843, Königl. preußischer Oberstleutnant a.D. und Ritter des Ordens Pour-le-Mérite) und Henriette unter Beilegung des väterlichen Namens und Wappens legitimiert werden. - Erwähnenswert ist auch der Königlich preußische Kammerherr Guido von Usedom (* Hechingen 17. Juli 1805, + San Remo 22. Jan. 1884), Besitzer der Güter Kartzitz, Moisselbritz und Udars, welcher am 19. Dez. 1862 in den preußischen Grafenstand (ad pers.) erhoben wird.  Am 11. April 1866 erfolgt eine Ausdehnung des Grafenstandes auf seine Tochter Hildegard von Usedom, Besitzerin von Udars sowie Ehrendame des Fräuleinstifts Cammin.

Herausragend sind der Kaiserlich deutsche Admiral Guido von Usedom (* Quanditten, Ostpr., 2. Okt. 1854, + Schwerin 24. Febr. 1925) und der Königlich preußische Generalleutnant Ernst von Usedom (* Königsberg, Ostpr., 9. Juli 1840, + Rudolstadt 14. Febr. 1913), zuletzt Kommandant des Zeughauses in Berlin, sowie dessen jüngerer Bruder, der Königlich preußische Generalleutnant Viktor von Usedom (* Königsberg 17. Dez. 1842, + Hermannsthal, Pommern, 19. März 1900), Besitzer des Gutes Hermannsthal, zuletzt Kommandeur der 9. Division. - Viktors Enkel Horst von Usedom (* Celle 9. März 1906, + Gauting 14. Okt. 1970), Oberst a.D., war Träger des Eichenlaubs zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.

Das Wappen des Geschlechts zeigt in Silber drei (2, 1) rote Widderhörner (vgl. auch das schöne Siegel des Knappen Tezlaw Pribenson v. Usedom [Legende:  + : S' TESSLAVI ° VAN ° VZNVM] vom 6. Jan. 1316 im Stadtarchiv Stralsund), auf dem Helm mit rot-silbernen Decken - vor drei silbern-rot-silbernen Straußenfedern (vormals: vor einem natürlichen Pfauenfedernstoß) - zwei jeweils nach außen gekehrte rote Widderhörner. - Im Fürstentum Rügen führten mehrere Adelsgeschlechter im Wappen einen Widder bzw. Widderhörner (ohne eines Stammes zu sein).  Denselben Wappenschild wie die Herren v. Usedom führten - mit einer ähnlichen Helmzier - auch die rügischen Herren v. Raleke(n).

Vgl. Joachim v. Roy, Ursprung und Wappen der Grafen und Herren v. Usedom, in: Mitteldeutsche Familienkunde, Bd. VII, Neustadt a.d. Aisch 1987, S. 479-482.«

Joachim von Roy, 12. 9. 2012


zurück